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Orte statt Technologien

Ort wichtiger als Technologie

In seiner aktuellen «Mindreader»-Studie zur Mediennutzung räumt das globale Media-Network Mindshare mit dem Mythos des «omni-mobilen Verbrauchers» auf. Die seit sechs Jahren durchgeführte Studie zur Mediennutzung bringt an den Tag, dass die meisten Konsumenten auch heute noch weitaus häufiger mit Desktop-Computer oder Laptop surfen, als dass sie mit Smartphone oder Tablet ins Internet gehen. Dies offenbart einerseits, dass der Ort, an dem sich die User befinden, einen grösseren Einfluss auf ihre Online-Aktivitäten hat als die Technologie, die ihnen gerade zur Verfügung steht. Vor allem zeigt sich jedoch: Der Inhalt einer Botschaft ist immer noch bedeutend wichtiger, als der Kanal, über den sie den User erreicht. Die Message muss auf den Ort, das Verhalten und die Bedürfnisse der User abgestimmt sein.

Laut der Studie nutzen mehr als 90 Prozent der weltweit Befragten ihre Laptops und PCs, um im Internet zu surfen. 56 Prozent seien im Besitz von Smartphones, 33 Prozent würden Tablets verwenden. Dabei hat aber der Ort, an dem sich die Nutzer befänden, einen grösseren Einfluss auf ihre Online-Aktivitäten als das Gerät selbst. Wichtige Aufgaben wie Online-Banking oder Shopping würden die befragten Personen lieber zu Hause auf einem grösseren Bildschirm erledigen. Social Networking zählt hingegen zu den Aktivitäten, die auch gern von unterwegs über mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets ausgeübt würden.

PC lässt Tablets und Smartphones weit hinter sich

Die Ergebnisse aus dem «Mindreader» zum Nutzungsverhalten sind bemerkenswert: Die Penetration von Tablets und Smartphones liegt nämlich bedeutend tiefer, als es das Bauchgefühl vielleicht vermuten liesse – insbesondere in europäischen Ländern. In weltweit 44 Ländern wurde die aktuelle Online-Mediennutzung untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass durchschnittlich immer noch 81,1 Prozent via Desktop oder Laptop im Internet surfen. Auf Smartphones entfallen 11,5 Prozent; mit Tablets gehen erst 4,9 Prozent ins Internet: Spitzenreiter bezüglich Nutzung der neuen Kanäle ist bemerkenswerterweise Thailand: «Nur» 54,1 Prozent der Bevölkerung Thailands surft noch via PC oder Laptop im Internet. Über 32 Prozent der ThailänderInnen bewegen sich mit ihren Smartphones, und knapp 11 Prozent mit Tablets im Internet.

Generell liegen die asiatischen, aber auch südamerikanische Länder und Indien weit vorne bei der Internetnutzung über Smartphone und Tablet. In den europäischen Ländern setzt die Bevölkerung nach wie vor auf PC oder Laptop. So sind es etwa in Frankreich (88%), Belgien (87,6%), Deutschland (87,2%) oder Portugal, aber auch in Polen und Ungarn rund 90 Prozent der Bevölkerung, die nach wie vor am PC oder Laptop sitzen, wenn sie ins Internet gehen. Die Schweiz liegt mit rund 79,9% Internet-Zugang durch PC/Laptop wie auch Norwegen im Mittelfeld. Die Nutzung via Smartphones und Tablets liegt in den erwähnten Ländern zusammen bei erst jeweils rund zehn Prozent.

Cosima Giannachi, CEO von Mindshare Switzerland, fasst die Erkenntnisse folgendermassen zusammen: «Die Wichtigkeit der mobilen Internetnutzung darf zwar nicht ignoriert werden, letztlich sind jedoch Inhalt und Kontext für die Botschaft von Marken und Produkten immer noch entscheidender.»