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„Targeting ersetzt kein intelligentes Konzept“ – Mindshare CDO Timucin Güzey in Horizont 3/2017

Im Rahmen seiner Rolle als FOMA-Sprecher gab der Mindshare Germany Chief Digital Officer der Horizont ein Kurzinterview über die Qualität von zielgruppengenauer Aussteuerung.

Jeder kann eine Geschichte von Schuhen erzählen, die ihn im Internet wochenlang verfolgt haben. Wie hat sich die Qualität von Targeting verändert?

Nicht alles ist besser, aber doch vieles. Targeting ist vielfältiger geworden, zum Beispiel durch Social Media. Social Media hilft Einstellungen und Verhalten von Nutzern zu verstehen und die Kommunikation daraufhin auszurichten. Es ist eine gute Ergänzung.

Warum nur Ergänzung? Wenn es über Social Media aufgrund der Datengüte soviel besser gelingt, Botschaften streuverlustfrei an potenzielle Kunden zu bringen, warum sollte es Targeting bei anderen Anbietern nicht ersetzen?

Die Targetingqualität ist zwar hochwertig, aber das reicht nicht, weil auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Viele Brands haben gemerkt, dass sie mit sehr spitzer Ansprache auf wenigen Plattformen mit ihren Marken nicht nachhaltig durchdringen. Bei einem FMCG-Produkt wie Butter ist es schwierig, feine Zielgruppensegmente abzubilden, denn das ist ein Massenprodukt. Bei Automotive ist das ganz anders. Da gibt es viele Einflugschneisen zum Kunden und individuelles Targeting ist sinnvoll.

Wie wird sich Targeting weiterentwickeln?

Es gibt großes Potenzial, das mehr und mehr genutzt werden wird, auch weil die Kunden mit Adblocking gezeigt haben, dass sie es leid sind, mit Werbung zugeschüttet zu werden, die sie nicht interessiert. Targeting kann allerdings eines nicht sein: ein Ersatz für ein intelligentes Marketingkonzept.

Quelle: Horizont Printausgabe 3/2017