MindMinutes

Bewegtbild bewegt den Fernsehmarkt

Ein Traum wurde für den österreichischen Fernsehkonsumenten vor einigen Jahren wahr: Filme, Dokumentationen und Serien schauen, wann man will, wo man will und auch gleich mehrere Folgen am Stück. Möglich machen das Mediatheken und Video-on-Demand (VoD). Doch wie intensiv wird das Angebot genutzt? Die Mindshare Momentaufnahmen  „MindMinutes" befragten dazu online 528 User im Alter von 15 bis 59 Jahre.

TV am beliebtesten

Die gute Nachricht für große Konsumentenmarken: Nach wie vor wird am liebsten TV gesehen. 77 Prozent sehen sich mehrmals pro Woche linear Sendungen an. Zwei Drittel ziehen sich generell YouTube-Videos hinein. Das machen 42 Prozent gleich mehrmals pro Woche. Sender TV-Theken werden zumindest gelegentlich von 39 Prozent genutzt und 27 Prozent greifen bereits auf kostenpflichtige VoD-Dienste zu.

Emotionen sind gut für die Kommunikation

Bewegtbild ist ein emotionalisierendes Medium und von daher mit Vorschlußlorbeeren von Seiten Werbung und Marketing ausgestattet, denn es kommt der Kommunikation entgegen. „Österreich ist auf dem Weg zu einer Bewegtbild-Nation und für uns ist klar zu erkennen, dass Bewegtbild bereits jetzt den Fernsehmarkt ziemlich antreibt", freut sich Sabine Auer, Business Planning Director Mindshare. „Und das Besondere: Die Nutzer schauen deswegen nicht weniger linear fern. Vielmehr ist die Fernsehnutzungszeit bei 104 Minuten am Tag stabil geblieben." Mediatheken sind in den letzten Jahren stetig gewachsen. Bis 2014 hat besonders die Bekanntheit und Reichweite der Senderseiten zugenommen. Seither zeigt sich die Reichweite der Senderseiten stabil. Die meisten Befragten sehen sich Bewegtbild-Inhalte und auch Videos auf der ORF TV-Thek an, dahinter folgen ATV und Pro7. 

Video-on-Demand treibt den Markt

Aufgrund des wachsenden vielfältigen Angebotes erfreuen sich Video-on-Demand Anbieter hoher Bekanntheit und stetig steigender Nutzerzahlen. 88 Prozent der Befragten gaben an, eine Plattform zu kennen und 53 Prozent nutzen auch zumindest selten eine der abgefragten Plattformen. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein starker Anstieg: 2015 nutzten lediglich 37 Prozent eine VoD-Plattform. Besonders die jüngere Zielgruppe der 15- bis 29-Jährigen (94 Prozent) kennt diese. 67 Prozent nutzen VoD-Plattformen immer öfters. Es gibt aber auch Gründe VoD nicht zu nutzen. 54 Prozent finden, dass das TV-Angebot ausreicht oder schlichtweg die Zeit für eine intensive Abo-Nutzung fehlt. 

Amazon überholt Netflix

Die bekanntesten und am meisten eingesetzten Plattformen sind Amazon Prime sowie Netflix, aber auch die VoD-Angebote von zum Beispiel A1, Aon TV und UPC, wobei hier die Nutzerzahlen gesunken sind. Amazon Prime ist von einem relativ hohen Bekanntheits- und Nutzungsgrad aus weiterhin gestiegen und hat seit dem Vorjahr Netflix überholt. 
Der VoD-Konsum erfolgt vorwiegend über PC und Laptop, Smart-TV oder Tablets. Smartphones werden von 36 Prozent der 15-bis 29-Jährigen für VoD-Dienste genutzt. Die Nutzung von Smart-TVs ist seit dem Vorjahr von 24 Prozent auf 45 Prozent gestiegen.